Zurück zur Übersicht

Date

27.04.2026

Category

News

Author

Laxmi May; Savannah Reif-Romero

#Insights

Service Pioneers Summit 2026: Es bleibt ein klares Bild

Metzingen, Ende Februar. Zwei Tage, rund 150 CEOs und Führungskräfte aus dem Maschinenbau. Kein Messe-Format, kein Vortragsprogramm zum Abhaken, sondern intensiver Austausch zwischen Unternehmen, die täglich dieselben operativen Fragen bewegen. Der Service Pioneers Summit 2026 hatte ein zentrales Thema: Wie wird das Servicegeschäft zum stabilen Kern eines Maschinenbauunternehmens, gerade dann, wenn das Neumaschinengeschäft schwächelt? Drei Aussagen aus diesen zwei Tagen sind geblieben.

Service Pioneers Summit 2026: Es bleibt ein klares Bild

1. Das Servicegeschäft ist die Zukunft

Das Neumaschinengeschäft lahmt, der Service muss die Antwort sein

Rainer Hundsdörfer sprach aus, was viele im Raum bereits dachten: „Die Lage ist sehr bescheiden. Das Thema Neumaschinen ist schwierig. Umso wichtiger ist das Servicegeschäft und dort ganz besonders das Ersatzteilgeschäft."

Das ist kein kurzfristiger Ausblick. Wer die Entwicklung im Maschinenbau verfolgt, weiß: Der Wettbewerbsdruck aus China wächst, Investitionszyklen verlängern sich, und Kunden halten ihre bestehenden Anlagen länger im Betrieb. Die Maschinen laufen weiter, sie brauchen Service, Wartung und Ersatzteile.

Wer das Ersatzteilgeschäft heute noch reaktiv betreibt: bestellt, wenn etwas fehlt, plant auf Zuruf verliert nicht nur Marge. Er verliert den Differenzierungsfaktor, der in einem zunehmend preisgetriebenen Markt entscheidend sein wird.

2. Die Digitalisierung bedeutet viel mehr

Digitalisierung fängt nicht mit der Software an

Fabian Kracht hat in seiner Session auf den Punkt gebracht, was viele Digitalisierungsprojekte scheitern lässt, bevor die erste Software eingekauft wird:

„Die Technologie ist der kleinste Teil der Lösung. Zuerst kommt die Strategie: wohin will ich? Dann die Prozesse: wie arbeiten wir dann? Dann die Organisation: welche Rollen verändern sich? Und über allem steht: Was soll mein Kunde davon haben?"

Das klingt nach gesundem Menschenverstand. In der Praxis ist es selten so. Viele Unternehmen beginnen mit der Tool-Auswahl, bevor die Frage beantwortet ist, welches Problem das Tool eigentlich lösen soll. Das Ergebnis: Systeme werden eingeführt, aber nicht gelebt. Prozesse verändern sich nicht. Der ROI bleibt aus.

Krachts Punkt ist kein Argument gegen Technologie, er ist ein Argument dafür, die Vorarbeit ernst zu nehmen. Digitale Transformation findet in einem Ökosystem statt, nicht in einem Tool.

3. Plug-and-Play bei PartsCloud

Plug-and-play ist kein Marketing-Begriff, sondern eine Erfahrung

Die dritte Aussage war die kürzeste. Björn Feldbusch über die Integration von PartsOS in seinem Unternehmen: „Zwei, drei Workshops. Wir haben die Daten bereitgestellt und los ging es. Ohne Probleme."

Das ist der Einwand, den wir am häufigsten hören: Ein neues Planungssystem bedeutet ein IT-Projekt. Monatelange Implementierung. Internes Ressourcen-Commitment. Risiko.

Und das ist oft die Erfahrung, die Unternehmen mit Enterprise-Lösungen gemacht haben. Sie überträgt sich auf die Einschätzung jedes neuen Systems, zu Unrecht.

Was Feldbusch beschreibt, ist das, was wir mit PartsOS von Anfang an gebaut haben: keine monatelange Implementierung, keine externe IT-Beratung, kein großes Projekt. Das System liest sich in die ERP-Daten ein und beginnt, Bestellempfehlungen zu generieren, in Wochen, nicht in Quartalen.

Takeaways

  • 1. After Sales Bereich = Wachstumssegment

    Der After-Sales-Bereich ist kein Kostenpunkt, der optimiert werden muss. Er ist das Wachstumssegment, das entwickelt werden muss.

  • 2. Diese Frage muss gestellt werden

    Wer Ersatzteilplanung digitalisieren will, sollte nicht mit der Software-Frage starten, sondern mit der Frage: Was soll sich für unsere Kunden und unser Team konkret verbessern?

  • 3. Erster Schritt

    Der erste Schritt zur besseren Ersatzteilplanung ist kleiner als die meisten erwarten.

Was der Summit zeigt

Wir freuen uns auf 2027.

Zwei Tage intensiver Diskussion zwischen Unternehmen und Lösungsanbietern und das Bild, das sich abzeichnet, ist konsistent: Der Maschinenbau weiß, dass das Servicegeschäft strategisch entscheidend ist. Viele Unternehmen wissen auch, dass ihre Planung noch nicht dort ist, wo sie sein müsste.

Was fehlt, ist oft nicht das Wissen, sondern der erste strukturierte Schritt.

Genau das ist es, was Formate wie der Service Pioneers Summit leisten: keinen Masterplan für alle, aber den direkten Austausch zwischen Menschen, die dasselbe Problem kennen und unterschiedliche Wege gefunden haben, es zu lösen.

Bildnachweis: © Madlen Medvedovskyy / redhead productions

Jetzt Aftermovie 2026 anschauen